Mittwoch, 29. Oktober 2014

Wie kann man einer Wurst die Würde zurückgeben ?

Ja, kaum zu glauben, aber das mit der Würde und der Wurst ist der Werbeslogan einer Snackbar.
Der Spruch ist in sich so unstimmig, daß es mir schon weh tut, das zu lesen. Aber was genau will dieser Satz uns sagen? Denn er will ja, daß wir mehr Würste von diesem Speisetempel zu uns nehmen, und zwar mit einem wunderbaren Gefühl.

Was verbindet ihr mit dem Begriff "Würde"?

Vermutlich jeder etwas anderes.
Für mich bedeutet Würde, daß ich die Person oder - erweitert - das Lebewesen achte. Ich achte das Lebewesen als das, was es ist. Ein Geschöpf des Universums. An seinen Platz gestellt für seine Lebensaufgaben.

Eines der drei Hexengesetze sagt: "Liebe und achte das Leben in allen seinen Formen." Das ist würdigen. Das heißt, ich achte auch die große schwarze Spinne im Keller. Sicher schüttelt es mich immer noch, wenn ich sie sehe. Wir werden bestimmt nie Freundinnen werden. Aber ich achte sie. Sie lebt mit demselben Recht auf dieser Erde wie ich auch. Damit würdige ich sie.

Würde kennen wir auch in bezug auf den Tod. "In Würde sterben", das wünschen wir uns alle. Es bedeutet in Frieden und mit der Achtung derer, die weiterleben und uns im Sterben begleiten. So ist es andersherum betrachtet würdelos, namenlos auf einer Straße zu vergehen. Unbeachtet von anderen, die vorbeihetzen. Und da ist es gleichermaßen bedeutsam, ob es sich dabei um Menschen oder um Tiere wie Streunerhunde oder -katzen handelt.

Würdelos ist das Abschlachten von wehrlosen Geschöpfen in Schlachthäusern - und auf Schlachtfeldern. Der Unterschied ist nicht so groß, wie wir's gerne hätten.

Und deshalb können wir selbst - jede/r einzelne - etwas bewirken. Wir können lernen, unsere Mitgeschöpfe zu achten. Und damit zu würdigen. Mit der Achtung anerkennen wir die Persönlichkeit, die in jedem Wesen lebt. Den göttlichen Funken. Dazu braucht es gar nicht viel. Und es bereitet ein gutes Gefühl, es ist eine Handlung, die uns tatsächlich einen Schritt weiter auf den Weg in unseren Himmel führt.

Manchmal sogar mit Sahnetörtchen ...  Aber ganz bestimmt ohne Bratwurst ...

Damit habe ich meine erste Frage ausführlich beantwortet: Was will dieser Satz mit der Würde und der Wurst uns überhaupt sagen? Ich habe keine Ahnung, denn mit sagt er nichts. Er widerspricht einfach allem, was ich mit Würde verbinde.


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Bildquelle: Margarete Eisele

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