Samstag, 18. Oktober 2014

Der Serienkiller-Blues - Meucheln mit Genuß

Gestern abend war es wieder soweit: Eine meiner Lieblingskrimiserien lief - "Criminal Minds". Serienkiller am laufenden Band. Spannend von der ersten bis zur letzten Sekunde. Es wird gemeuchelt und mißhandelt, das Blut fließt, und am Ende wird der Killer - oder auch mal die Killerin, Frauen können auch ziemlich fies sein - natürlich zur Strecke gebracht.

Aber war genau fasziniert und fesselt mich jetzt so an diesen Geschichten, die oft brutal sind? Wo ich mich doch als einen spirituellen Menschen bezeichne? Darf da sowas überhaupt noch vorkommen?

Ja, auf jeden Fall. Unbedingt.
Schließlich bin ich bei allen meinen spirituellen Bestrebungen kein Engel geworden, und ein Heiligenschein ist mir auch noch nicht gewachsen. So zu tun, als wäre ich über diese menschlichen Faszinationen hinausgewachsen, würde über all dem schweben, wäre für mich schlicht scheinheilig.

Nein, ich gebe mich der Spannung eines Krimis voll und ganz hin.
Aus was erwächst denn diese Spannung? Daraus, daß wir alle insgeheim wissen, daß jede/r von uns in seinem Unbewußten bodenlose, dunkle Abgründe hat. Daraus, daß wir ahnen, wir könnten ebenfalls einmal austicken, über andere herfallen, gewalttätig werden ... und auch daraus, daß wir - in Gestalt der Polizei - diese dunklen Anwandlungen besiegen oder wenigstens im Zaum halten können und damit recht sichere Brücken über die bodenlosen Abgründe bauen können.

Da ist dann diese kleine Restunsicherheit über uns selbst, wohlverborgen natürlich, die uns die Gänsehäute über den Rücken jagt. Denn mit Ängsten läßt sich trefflich spielen. Unser Unbewußtes, vielleicht auch die irdische Seele, braucht Anspannungen zum Entspannen. Kurios? Ganz bestimmt, aber nur so wird es für mich logisch und vereinbar, daß ich einerseits einen spirituellen Weg gehen und mich trotzdem bei einem Krimi angenehm gruseln kann. Gerne in Begleitung einer Tüte Kartoffelchips.

Denn das Akzeptieren und Anerkennen dieser Faszination des Dunklen bedeutet für mich, meine eigenen dunklen und düsteren Seiten und Abgründe anzuerkennen. Und mit ihnen zu leben. Und das wiederum gehört für mich zu einem spirituellen Leben ...


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Bildquelle: Margarete Eisele

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