Sonntag, 28. September 2014

Meditatives Apfelmus

Ein Herbsttag wie gemalt - Sonne strahlt warm und gülden vom knallblauen Herbsthimmel, Wolkenschiffe segeln von hier nach dort, ein mildes Lüftchen weht mir um die Nase und bringt die für mich typischen und vertrauten Herbstdüfte mit. In Kaminen verbrennendes Holz, reifes Obst, abgefallenes Laub, das beginnt zu vermodern, Pilze ... Eine vollkommene Jahreszeit mit einem Hauch Unvollkommenheit, denn sie deutet an, daß das alles bald zu Ende ist und es nichts mehr davon gibt.

Ein Herbsttag, der uns eine neue Ladung Äpfel von unserem alten Kameraden Jakob Fischer -eine alte, fast vergessene Apfelsorte, die es jetzt wieder anzubauen gibt- beschert. Also hoch die Ärmel, die Äpfel aufgelesen und sauber geschrubbelt.

Jeder dieser Äpfel ist ein Individuum, ganz eigen in seiner Form. Ich schließe die Augen, fühle die glatte kühle Schale, jede Delle, jede Narbe, die das Leben in diesem Jahr ihm schlug und die wieder verheilte. Der Stiel, die Blütennarbe - und ja, auch mal ein Wurmloch, denn selbstverständlich sind wir Bio.
Ich möchte sie in leckeres Apfelmus verwandeln - und übe mich dabei in Aufmerksamkeitsmeditation: Immer in meinen Gedanken nur bei dieser einen Sache sein. Genau beobachten, was ich jetzt gerade mache. Ich viertele einen Apfel - welches Geräusch gibt es da? Es knackt frisch und saftig. Was rieche ich? Drei Jahreszeiten - Frühling der Blüte, Sommer des Werdens, Herbst des Reifens und einen leckeren Apfel.
Was nehme ich sonst wahr?

Ich sehe vier Apfelviertel vor mir, das fünfteilige Kernhaus, das mich an ein Rätsel aus meiner Kinderzeit erinnert: Im Häuschen mit fünf Stübchen, da wohnen braune Bübchen. Nicht Tor noch Tür führ'n ein und aus , wer sie besucht, der isst das Haus. Wo haben die Bübchen ihre fünf Stübchen?

Apfelmus hat meine Oma immer gerne gemacht - ich erinnere mich sehr gerne daran, und die Düfte, die jetzt in meine Nase steigen, verbinden mich mit meinen Ferien bei der Oma. Meine Oma ist schon lange im Regenbogenland, in der Geistigen Welt. Und deshalb rufe ich jetzt einfach mal nach ihr und bitte sie, mir einen Tipp zu vermitteln, wie das Apfelmus einen pfiffigen Geschmack bekommen könnte. - Inspiration: Ich werfe an Gewürzen noch zusätzlich drei kleine Stücke Vanilleschote dazu und - das ist das Beste - aus meinem Glas mit selbstgemachtem Orangenzucker nehme ich die mittlerweile fest kristallisierten Orangenschalen heraus und lasse sie ein Stündlein mitkochen. An Flüssigkeit habe ich ein knappes Viertelchen Weißwein (Bio natürlich) dazugeschüttet.
Und der Duft ist wieder wie bei Oma. Ich bin mir ganz sicher, sie hat mir mit den guten Ideen geholfen.

Mehr Infos über meine spirituelle Arbeit:  Spirituelle Lebensberatung - ich freue mich auf euren Besuch

Bildquelle: Christiane Köppl

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